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©Ben­ja­min Fel­ler – bf-photography.de

Der Schlös­ser­lauf durch Pots­dam war für mich in die­sem Jahr ein Come­back. 8 Mo­na­te lang war ich kei­nen Wett­kampf ge­lau­fen. Der Grund war eine Ver­let­zung im Win­ter am Rü­cken. Die­se habe ich nun seit Fe­bru­ar über­stan­den. Im Trai­ning habe ich schnell Fort­schrit­te ge­macht. Den­noch habe ich mir dann mit dem ers­ten Lauf be­wusst Zeit ge­las­sen. So freu­te ich mich umso mehr auf den Halb­ma­ra­thon.

Mit dem Ziel Spaß zu ha­ben und mich nicht zu über­for­dern bin ich an den Start ge­gan­gen. Die Son­ne schien schon kräf­tig vom wol­ken­lo­sen Him­mel. Es wa­ren zum Start­schuss um 9 Uhr schon deut­lich über 20 Grad. Zur Er­fri­schung hat­te ich kurz vor­her noch mei­ne Haa­re mit Was­ser be­feuch­tet.

Ne­ben mir gin­gen auch mei­ne ehe­ma­li­gen Trai­nings­part­ner Sa­ma­lya und Ger­rit ins Ren­nen. Es wur­de so­mit ein Du­ell zwi­schen Rot und Blau. Sa­ma­lya und Ger­rit star­ten im­mer noch im blau­en Tri­kot des Ver­eins “Die Lauf­part­ner”. Ich tra­ge seit zwei Jah­ren das rote Tri­kot des “LG Nord Ber­lin Ul­tra­teams”.

Sa­ma­lya setz­te am Aus­gang des Luft­schiff­ha­fens di­rekt an die Spit­ze. Ich setz­te mich dicht an sei­ne Fer­sen. Er schlug ein wirk­lich or­dent­li­ches Tem­po an. Es war so schnell, dass ich mir si­cher war, dass er die­ses Tem­po nicht durch­hal­ten wür­de. Ei­ner von uns bei­den wur­de zu­erst müde wer­den.

Die 5 km in der In­nen­stadt Pots­dams er­reich­ten wir nach 16:30 Mi­nu­ten. Nun ver­lie­ßen wir den glat­ten Asphalt und lie­fen ne­ben der Ha­vel durch den Park Ba­bels­berg.

Mei­ne Frau hat­te mich schon kurz vor­her am Stre­cken­rand an­ge­strahlt und an­ge­feu­ert und ver­fol­ge das Du­ell zwi­schen Sa­ma­lya und mir von der an­de­ren Ufer­sei­te an der Glie­ni­cker Brü­cke. Dort­hin lie­fen wir nun über die Brü­cke des Zu­flus­ses zum Grieb­nitz­see.

Kurz vor der Glie­ni­cker Brü­cke be­schleu­nig­te ich das Tem­po, um Sa­ma­lya zu tes­ten. Ich konn­te eine klei­ne Lü­cke rei­ßen, aber das reich­te noch nicht, um ihn ab­zu­schüt­teln.

Ich hielt das Tem­po aber wei­ter­hin hoch. Als wir erst über und dann un­ter der Glie­ni­cker Brü­cke hin­durch lie­fen konn­te ich mich ent­schei­dend lö­sen. Nun ging es durch den Park am Neu­en See ent­lang. Der Ab­stand be­trug zu Sa­ma­lya am Park­an­fang 20 Me­ter, am Par­ken­de wa­ren es be­reits ca. 80 Me­ter.

Nun wur­de es für mich im­mer an­stren­gen­der, weil vor al­lem die Son­ne im­mer kräf­ti­ger wür­de. Nach mei­ner lan­gen Wett­kampf­pau­se konn­te ich mir nicht ganz si­cher sein, wie gut mei­ne Tem­po­här­te aus­ge­prägt sein wür­de. Ich war aber auch in die­sem Stre­cken­ab­schnitt sehr zu­ver­sicht­lich.

Die km-Zei­ten mo­ti­vier­ten mich. Ich war nicht so schnell wie auf den ers­ten Ki­lo­me­tern. Ich war aber wei­ter­hin kon­stant un­ter­wegs und lief je­den km in ca. 3:30 Mi­nu­ten.

Und dann war es ja ab dem Park Sans­sou­ci nicht mehr weit zum Ziel. Der Vor­sprung war in­zwi­schen so groß, dass ich au­ßer Sicht­wei­te zu Sa­ma­lya lief. Es ging nun wie­der auf ei­nem an­ge­neh­men Asphaltstück zu­rück zum Sta­di­on.

Den Ziel­ein­lauf ge­noss ich wirk­lich sehr. Mein Ge­fühl war von Kopf bis Fuß po­si­tiv. Ich hat­te mein Ziel er­reicht, nicht über mei­ne Gren­ze zu ge­hen, auch wenn ich da­von pro­fi­tiert habe, dass Sa­ma­lya nicht so gut in Form war wie bei sei­nem Sieg des 25 Ki­lo­me­ter Lau­fes von Ber­lin.

Mein Lauf war nicht nur für die Son­ne, son­dern auch für mich ein tol­les Come­back. Mal se­hen wie der Som­mer wei­ter ge­hen wird.

Vie­len Dank an ©Ben­ja­min Fel­ler – bf-photography.de für das Foto!